Archiv der Kategorie: International

Interview mit Michael Wilk zur Rojava

Michael Wilk ist ein anarchistischer Arzt, der seit 2014 im Rahmen des Kurdischen Roten Halbmonds medizinische Hilfseinsätze in der Rojava leistet. Diese leistete der Internationalist auch beim jüngsten Einmarsch der Türkei und ihrer islamistischen Hilfstruppen in das mutiethnische Selbstverwaltungsgebiet Ende letzten Jahres.
Mit Michael Wilk sprachen wir über seine Einschätzung des Selbstverwaltungsprojektes Rojava sowie allgemein über die hochkomplexe Gemengelage in Syrien.

Erstausstrahlung dieses Interviews war Dezember 2019 auf RUM.

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Die Nelkenrevolution in Portugal 1974 – ein Gespräch mit Urte Sperling

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Vor 45 Jahren fand die Nelkenrevolution in Portugal statt, mit der sich unsere Interviewpartnerin Urte Sperling nicht nur wissenschaftlich auseinandersetzte. Vielmehr reiste sie sowohl in der Zeit der Revolution selbst nach Portugal wie auch in den Jahren danach und lernte so, wie sie sagt, nicht nur die Zeit der revolutionären Euphorie, sondern auch die Mühen der Ebene aus eigener Anschauung kennen.
Entsprechend geht es in diesem Interview sowohl um Sperlings analytische Einordnung wie auch um ihr persönliches Resümee der portugieischen Nelkenrevolution.
Wer Gehörtes vertiefen möchte, sei auf Urte Sperlings im Papyrossa-Verlag 2016 in zweiter erweiterter Auflage erschienenes Buch „Die Nelkenrevolution in Portugal“verwiesen.

Demonstration gegen den Angriff der Türkei auf Rojava

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Am 9. Oktober griff die türkische Armee und ihre dschihadistischen Hilfstruppen Rojava an. In der Region in Nordsyrien wird seit einigen Jahren das Projekt einer basisdemokratischen, kollektiven, feministischen, multiethnischen und ökologischen Selbstverwaltung geübt.

Inzwischen gibt es nach Verhandlungen der USA mit der Türkei und insbesondere Russlands mit der Türkei einen brüchigen Waffenstillstand in Nordsyrien. Die Demonstration in Marburg am 17. Oktober, von der hier berichtet wird, fand unmittelbar vor diesen Verhandlungen statt. Ein Kommentar zur inzwischen entstandenen Situation folgt in Kürze.

Jinwar

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Ist das antietatistische, sozialökologische und multiplurale Projekt einer selbstverwalteten Basisdemokratie wie das der „Rojava“ in Nordsyrien/Westkurdistan schon eine Besonderheit auf unserem zur Hölle verwandelten Planeten, so sticht darin die neugegründete Ortschaft „Jinwar“ noch einmal besonders hervor.
In dem Ortsnamen Jinwar stecken die kurdischen Worte „Jin“ für Frau und „War“ für Ort. Jinwar bedeutet also „Ort der Frauen“. Was es mit diesem, offiziell am 25. November, dem weltweit begangenen Tag der Überwindung der Gewalt gegen Frauen, gegründeten Ort auf sich hat, erzählt uns die Aktivistin Marlene.
Marlene war mehr als drei Monate lang am Aufbau dieser Ortschaft beteiligt. Unser Interview wurde geführt anlässlich eines Vortrages, den sie am 19. Dezember im Cafe am Grün in Marburg gehalten hat. Dieser Vortrag fand im Rahmen einer dort zu besichtigen, sehr sehenswerten Fotoausstellung statt. Veranstalterin war die im Aufbau begriffene Gruppe Antifa Enternasynal.

Rostams Reise nach Deutschland

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Viel wird derzeit über Flüchtlinge gesprochen und geschrieben. Die Betroffenen selbst kommen nur selten zu Wort. Zu diesem hat sich jetzt der 18jährige Rostam Nazari mit seinem Buch „Rostams Reise. Von Afghanistan nach Deutschland“ gemeldet.
Rostam Nazari lebte bis zu seinem 7. Lebensjahr in Afghanistan. Aufgrund eines tödlich verlaufenen Landkonflikts mit Nachbarn, in dem auch die Taliban eine Rolle spielten, musste seine Familie wie so viele Afghanen in den Iran fliehen, wo das Leben für afghanische Flüchtlinge allerdings nicht leicht ist. 2015 fassten Rostams Eltern daher den Beschluss, nach Deutschland weiterzufliehen. Doch nur Rostam Nazari selbst, einem seiner Brüder und einem Cousin gelang die Flucht, der größte Teil seiner Familie lebt nach einer gefährlichen Odyssee wieder im Iran.

Als Rostam Nazari im Alter von 15 Jahren nach Marburg in Deutschland kam, war er Analphabet. Heute, im Alter von 18 Jahren, spricht, schreibt und liest er nicht nur Deutsch, sondern ist auch Buchautor in dieser Sprache. Das muss mensch auch erstmal hinbekommen.

Nazaris Buch ist in mehrfacher Hinsicht sehr lesenswert. Nicht allein weil, wie schon gesagt, das Thema Flucht und Migration aus den Augen eines Betroffenen geschildert wird. Darüberhinaus erfährt mensch auch viel von dem Alltagsleben der Menschen in Afghanistan und im Iran, von den Schrecken der Flucht und wie es sich anfühlt, in einem fremden Land, dessen Sprache mensch nicht versteht, um Asyl bitten zu müssen. Aus diesem Interview wird außerdem sehr plastisch klar, warum Seehofers AnkER-Zentren zutiefst inhuman sind genau wie die jetzige Politik der „Familienzusammenführung“. Und wie restriktiv in Wirklichkeit das Recht auf Asyl von den deutschen Behörden behandelt wird.

Beeindruckend ist auch die Mahnung des 18jährigen Rostam Nazaris, dass wir alle, was immer auch unsere jeweiligen Attribute sein mögen, Menschen sind, für die die gleichen Menschenrechte gelten sollten. Aber hören Sie/hört selbst.

Anmerkung: Rostam Nazaris Buch „Rostams Reise. Von Afghanistan nach Deutschland“ erschien dieses Jahr im DeBehr-Verlag, ist 274 Seiten stark und kostet 12,95 Euro.

„Seenotrettung ist kein Verbrechen – Unterlassene Hilfeleistung schon!“

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Am letzten Samstag hatte die internationale Organisation „Seebrücke“ auch in Marburg zur Demonstration aufgerufen. Dem Demoaufruf folgten mehr als 5oo Menschen. Ihre Forderungen waren unüberhörbar und unübersehbar. Auf der Lahn fanden sich zwei mit einem Transparent verbundene Treetboote, auf dem zu lesen stand: „Seenotrettung ist kein Verbrechen – Unterlassene Hilfeleistung schon!“ Auf den während der Demonstration mitgeführten Schildern und Transparenten waren Parolen zu lesen wie „Stoppt das Sterben, nicht die Retter“, „Make Borders History“ oder „Seebrücke statt Seehofer“.
In diesem Beitrag hören wir ein Statement einer Seebrückenaktivistin kurz vor Beginn der Demo, die Wortbeiträge der Studierendenorganisation „dissident“ und der Flüchtlingsrettungsorganisation „Jugend rettet“. Im Anschluss daran führten wir noch ein Kurzinterview mit dem 18jährigen afghanischen Flüchtling Rostam Nazari, der ebenfalls kurz auf der Demonstration gesprochen hatte. Rostam Nazari hat ein Buch über seine Erlebnisse geschrieben. Es heißt: „Rostams Reise. Von Afghanistan nach Deutschland.“ Wir haben es inzwischen gelesen und können es nur sehr empfehlen. Wie wir hören werden, haben wir bereits ein Gespräch mit Nazari über sein Buch ausgemacht.

Für Abrüstung, gegen Krieg(sdrohungen) – Auf zum Ostermarsch

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Der folgende Kommentar bezieht sich unter anderem auf den Beitrag des Senators von Idaho, Jim Risch, auf der diesjährigen Münchener Sicherheitskonferenz zu Nordkorea.  http://trotzfunk.de/wordpress/archive/3501 Außerdem geht er auf die derzeitigen Kampagnen der Friedensbewegung ein. Das erste Mal ausgestrahlt wurde dieser Kommentar auf Radio Unerhört Marburg am 4. März. Inzwischen gab es eine Reihe von diplomatischen Signalen in Richtung einer friedlichen Lösung des Konflikts um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Wie substantiell diese allerdings sind, ist von heute aus nicht zu beurteilen. Hier kann der Kommentar nachgelesen werden:

Für Abrüstung, gegen Krieg(sdrohungen) – Auf zum Ostermarsch weiterlesen

USA drohen Nordkorea

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Der folgende Debattenbeitrag zu Nordkorea des republikanischen Senators von Idaho, Jim Risch, auf der Münchener Sicherheitskonferenz ist von den Medien kaum beachtet worden, warum auch immer. Wir zitieren seine Äußerungen aus The Intercept vom 21. Februar dieses Jahres. https://theintercept.com/2018/02/21/gop-senator-says-trump-is-ready-to-start-war-with-north-korea-that-would-be-one-of-the-worst-catastrophic-events-in-history/Dort ist auch ein Link zu Videomaterial der Münchener Sicherheitskonferenz, unter anderem ist hier auch Jim Risch zu sehen. Laut The Intercept wird der republikanische Senator Risch demnächst wahrscheinlich Vorsitzender des Senatsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten. Risch sagte von uns vom Englischen ins Deutsche übersetzt folgendes:

USA drohen Nordkorea weiterlesen

Marburg: Weitere Proteste gegen den Krieg gegen Afrin

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Eine neue Runde im Krieg in Syrien eröffnete im Januar die Türkei mit ihrem Angriff auf Afrin. Gegen diesen Angriff reißen die Proteste vor allem der kurdischen und jesidischen Gemeinden nicht ab. Im Februar kam es auch in Marburg erneut zu einer Protestkundgebung. Wir hören davon im Folgenden die Wortbeiträge von Frau Medinecelik von der Demokratischen Gesellschaft der Kurdinnen und Kurden Marburg sowie von Jan Schalauske von der Partei Die Linke.