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Interview mit Michael Wilk zur Rojava

Michael Wilk ist ein anarchistischer Arzt, der seit 2014 im Rahmen des Kurdischen Roten Halbmonds medizinische Hilfseinsätze in der Rojava leistet. Diese leistete der Internationalist auch beim jüngsten Einmarsch der Türkei und ihrer islamistischen Hilfstruppen in das mutiethnische Selbstverwaltungsgebiet Ende letzten Jahres.
Mit Michael Wilk sprachen wir über seine Einschätzung des Selbstverwaltungsprojektes Rojava sowie allgemein über die hochkomplexe Gemengelage in Syrien.

Erstausstrahlung dieses Interviews war Dezember 2019 auf RUM.

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„Naja – unsere Liebe reichte aus.“ Eine Erzählung von Pit Metz

Mit dem Marburger Gewerkschafter, Kommunalpolitiker und Schauspieler Pit Metz sprachen wir über sein 2016 erschienenes Erstlingswerk „Naja – unsere Liebe reichte aus.“ Es ist eine Erzählung, die sowohl die Familiengeschichte Metz thematisiert als auch die Geschichte des „kurzen“ 20. Jahrhunderts (Hobsbawm) aus der Sicht von unten.
Und weil uns seine Erzählung so gut gefiel, baten wir Pit Metz noch um eine kleine Lesung aus seinem Buch exklusiv für unseren Trotzfunk, und das hat er glatt gemacht.

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Heraus zum 1. Mai

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In ganz Deutschland haben die Maßnahmen gegen das Sars-Covid-2 Virus die bürgerlichen Freiheitsrechte einschließlich des Rechtes auf Demonstration fest im Griff. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund, DGB, beugte sich. Schon im März erklärte er brav, auf Straßendemonstrationen und Kundgebungen zum 1. Mai verzichten zu wollen und sich nur virtuell zu zeigen. Doch eine Schar unbeugsamer Gewerkschafter*innen wollte sich dem nicht fügen und meldete in mehreren Städten in Deutschland Kundgebungen auf der Straße an. So auch in Marburg – und wie es da zuging, hören wir hier.

Ostermarsch 2018 Marburg

 

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Zehntausende nahmen an den diesjährigen Ostermärschen teil, nach Angaben der Friedensbewegung wieder mit wachsender Tendenz. Letzteres mag der zunehmenden Zahl von Kriegen und Kriegsdrohungen, an denen die führenden Staaten direkt oder indirekt beteiligt sind, geschuldet sein. Viele von ihnen haben das Potential, jederzeit in einen atomar geführten Weltkrieg umschlagen zu können. Diese Bedrohungslage wird inzwischen von vielen Menschen wahrgenommen, allerdings führt diese Wahrnehmung längst noch nicht bei allen zu einem aktiven Engagement, etwa in Beteiligung an den Ostermärschen. Dieses Engagement Aller wird aber in Zukunft nötig sein, wenn die Hölle, die den Menschen in den Kriegsgebieten bereitet wird, ein Ende finden soll und wenn die Gefahr eines Dritten Weltkriegs nicht Realität werden soll.

Dass die Marburger Friedensbewegung quicklebendig ist, bewies sie letztes Jahr, wie berichtet, mit ihrer erfolgreichen Opposition gegen die Beteiligung der Stadt Marburg an der Gelben Schleifen – Propaganda für die Bundeswehr. Oder aber mit dem Durchsetzen eines Künstler*innenwettbewerbs für einen Kontrapunkt zum Jägerkriegsdenkmal im Schülerpark. Auch diese Punkte waren Themen des Marburger Ostermarsches, an dem sich nach Veranstalterangaben 300 Menschen beteiligten. Er beeindruckte durch seine Breite des gesellschaftlichen Friedensengagements, wo Gewerkschafter*innen, Sozialist*innen, Christ*innen und schlicht Friedensbewegte, Kurd*innen, Künstler*innen, Feminist*innen und Jugendbewegte zusammenfanden, um gemeinsam gegen Kriegspolitik, Aufrüstung, Waffenexporte und den Einmarsch der Türkei in Afrin mit deutscher Waffenunterstützung zu protestieren. Und ob die beteiligten Menschen wie wir nun der Auffassung waren, dass es letztlich zur Erreichung des Friedensziels des demokratischen Eigentums der und der demokratischen Verfügung über die Wirtschaftsmittel der Weltgesellschaft bedarf oder sich das Engagement aus der Bewahrung der Schöpfung Gottes ergab, es wurde einander akzeptiert und zugehört. Denn alle an den Ostermärschen beteiligten Menschen wissen natürlich, dass nur gemeinsam den zurzeit weit überlegenen Kräften des Militarismus entgegengewirkt werden kann.

In Marburg ging es am Ostermontag um 11 Uhr am Deserteursdenkmal in der Frankfurter Straße los. Durch das Programm führte Ralf Schrader von der Marburger Friedensbewegung. Es sprachen in dieser Reihenfolge: Jan Schalauske (Die Linke), Sebastian Doben (Kurdistan Komitee Marburg), Lukas Wusch (DIDF-Jugend Marburg), Maximiliane Jäger-Gogoll (Mitglied im Beirat Kunstwettbewerb Gedenkinstallation für die Opfer der „Marburger Jäger“ im Schülerpark), Katja Simon (Pfarrerin der Universitätskirchengemeinde Marburg) sowie ein verlesener Beitrag von NAVDEM (Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland).

Für Abrüstung, gegen Krieg(sdrohungen) – Auf zum Ostermarsch

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Der folgende Kommentar bezieht sich unter anderem auf den Beitrag des Senators von Idaho, Jim Risch, auf der diesjährigen Münchener Sicherheitskonferenz zu Nordkorea.  https://trotzfunk.de/wordpress/archive/3501 Außerdem geht er auf die derzeitigen Kampagnen der Friedensbewegung ein. Das erste Mal ausgestrahlt wurde dieser Kommentar auf Radio Unerhört Marburg am 4. März. Inzwischen gab es eine Reihe von diplomatischen Signalen in Richtung einer friedlichen Lösung des Konflikts um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Wie substantiell diese allerdings sind, ist von heute aus nicht zu beurteilen. Hier kann der Kommentar nachgelesen werden:

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USA drohen Nordkorea

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Der folgende Debattenbeitrag zu Nordkorea des republikanischen Senators von Idaho, Jim Risch, auf der Münchener Sicherheitskonferenz ist von den Medien kaum beachtet worden, warum auch immer. Wir zitieren seine Äußerungen aus The Intercept vom 21. Februar dieses Jahres. https://theintercept.com/2018/02/21/gop-senator-says-trump-is-ready-to-start-war-with-north-korea-that-would-be-one-of-the-worst-catastrophic-events-in-history/Dort ist auch ein Link zu Videomaterial der Münchener Sicherheitskonferenz, unter anderem ist hier auch Jim Risch zu sehen. Laut The Intercept wird der republikanische Senator Risch demnächst wahrscheinlich Vorsitzender des Senatsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten. Risch sagte von uns vom Englischen ins Deutsche übersetzt folgendes:

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„Abrüsten statt Aufrüsten“ – Unterschriftenkampagne der Friedensbewegung

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Angesichts von Kriegsrüstungen im Umfang von 1.700 Milliarden Dollar jährlich, Kriegen und fast täglichen Kriegsdrohungen sammelt die Friedensbewegung Unterschriften für Abrüstung statt Aufrüstung. Sie stellt sich damit auch gegen die Absicht der Koalition aus Unionsparteien und SPD, den Rüstungsetat Deutschlands auf 2 % des BIP zu bringen.
Wir platzten in eine der Sammelaktionen der Marburger Friedensbewegung hinein und kamen mit einem ihrer Aktivisten, Ralf Schrader, ins Gespräch.

Marburg: Weitere Proteste gegen den Krieg gegen Afrin

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Eine neue Runde im Krieg in Syrien eröffnete im Januar die Türkei mit ihrem Angriff auf Afrin. Gegen diesen Angriff reißen die Proteste vor allem der kurdischen und jesidischen Gemeinden nicht ab. Im Februar kam es auch in Marburg erneut zu einer Protestkundgebung. Wir hören davon im Folgenden die Wortbeiträge von Frau Medinecelik von der Demokratischen Gesellschaft der Kurdinnen und Kurden Marburg sowie von Jan Schalauske von der Partei Die Linke.