Am Donnerstag, den 25 Januar, gab es in Marburg wie in vielen anderen Städten eine Protestdemonstration gegen den Überfall der türkischen Armee auf Afrin im Norden Syriens. In Marburg kamen im Verlaufe der Demonstartion 600 Menschen zusammen. Hier unser Bericht:
Alle Beiträge von Redaktion
Nachdenken über Jürgen Kuczynski
Aus Anlass der Einweihung einer Gedenktafel am Geburtshaus des marxistischen Sozialwissenschaftlers Jürgen Kuczynski in Wuppertal-Elberfeld hielt der Marburger Politikwissenschaftler Georg Fülberth eine Rede, die er für uns im Januar 2018 noch einmal einsprach. Hier kann sie nachgelesen werden. Nachdenken über Jürgen Kuczynski weiterlesen
Keine Gelben Schleifen um Kriegseinsätze in Marburg
Der Hintergrund: Die FDP/MBL hatte in die Stadtverordnetenversammlung den Antrag eingebracht, dass die Universitätsstadt Marburg an der Aktion „Gelbe Schleife“ zur Würdigung und Wertschätzung von Bundeswehrsoldaten teilnehme. Dieser Antrag wurde in der Stadtverordnetenversammlung vom 17. November diskutiert und mit den Stimmen von SPD, Marburger Linken und Grünen zurückgewiesen. Wäre der Antrag der FDP/MBL durchgekommen, hätten im Rathaus und an den Ortseingangsschildern Gelbe Schleifen zur Solidaritätsbekundung mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr angebracht werden müssen.
Weiteres zum Hintergrund der Gelben Schleife sowie der Kommentar zum Thema, der sich u. a. mit dem Grundsatzpapier „Neue Macht, neue Verantwortung“ der außenpolitischen Eliten Deutschlands sowie damit im Kontext stehender Geschichtspolitik befasst, in diesem Beitrag, der zum ersten Mal in der Livesendung auf Radio Unerhört Marburg am 3.12.17 ausgestrahlt wurde.
Skript zu Hintergrund und Kommentar lesen Sie hier:
Keine Gelben Schleifen um Kriegseinsätze in Marburg weiterlesen
Also kein Jamaika – was kommt jetzt?
Ein Kommentar: Erstausstrahlung in der Livesendung auf Radio Unerhört Marburg vom 3.12.17
Das Skript zum Beitrag findet sich hier:
Oktober 1917 – Interview mit Gert Meyer
Bürgerliche Geschichtsscheiber, wie jüngst etwa Heinrich August Winkler in der FAZ, brachten auch in den zurückliegenden Wochen das geschichtswissenschaftliche Kunststück fertig, die Oktoberrevolution des Jahres 1917 aus dem Kontext des Ersten Weltkrieges zu reißen. Das ist zwar in etwa so, als würde ein Mediziner die Begutachtung eines Heilmittels mit der eigentlichen Krankheit verwechseln, es ist aber andererseits von der bekannten Funktion der Geschichtsschreibung als Ideologieproduzent im Interesse des jeweils Herrschenden von Pergamon bis heute absolut verständlich.
Sogenannte marxistisch-leninistische Geschichtsbetrachter neigen hingegen weiterhin dazu, nachdem an der Einordnung der Oktoberrevolution als Anfang vom Ende der kapitalistischen Produktionsweise durch den Zusammenbruch des Lagers des so genannten real existierenden Sozialismus gewisse Zweifel aufkamen, die („geniale“) Rolle Lenins im Revolutionsprozess überzubetonen.
Unser Interviewpartner, der Osteuropahistoriker Gert Meyer, betrachtete den Revolutionsprozess des Jahres 1917 in seinem vom Trotzfunk leider in lausiger Tonqualität aufgenommenen Vortrag in Marburg anlässlich des hundertsten Jahrestages der Oktoberrevolution dagegen aus einer Perspektive von unten.
Diesen Vortrag nahm der Trotzfunk zum Anlass, ein Interview mit Gert Meyer zu führen. In diesem ging es um
– die Wirtschafts- und Sozialstruktur Russlands des Jahres 1917;
– die Basisbewegungen, v. a. der der Bauern und Arbeiter;
– die Bedeutung der Basisbewegungen, der Gewerkschaften und der Parteien der Linken für den Revolutionsprozess des Jahres 1917;
– die Form, in der die Agrarfrage angegangen wurde und ihre Bedeutung für den weiteren Geschichtsverlauf;
– die Frage, warum die weitere Entwicklung in den Monaten und Jahren nach dem Oktober 1917 tendenziell in zunehmend staatlich-zentralisierter Form vor sich ging;
– der Stellenwert der Oktoberrevolution für die politische Linke.
7. November 2017 – 100. Jahrestag der Oktoberrevolution. Vortrag von Gert Meyer
Anlässlich des 100. Jahrestags der Oktoberrevolution hielt der Osteuropahistoriker Gert Meyer auf Einladung der DKP Marburg einen Vortrag zum Thema. Gert Meyer nahm dabei eine Perspektive von unten ein, von den Soldaten, Bauern und Arbeitern.
Das Referat teilte sich in vier Punkten:
1. Die verschiedenen Interpretationen der Oktoberrevolution;
2. Der eigene Ansatz;
3. Die Massenbewegungen a) der Soldaten, b) der Bauern und c) der Arbeiter;
4. Die Legitimation der Oktoberrevolution
1917 -2017: 100 Jahre Oktoberrevolution
„1917 – 2017: 100 Jahre Oktoberrevolution“, unter diesem Titel lädt die DKP Marburg zu einer Veranstaltung mit Gert Meyer in das TTZ am Jahrestag der Revolution, den 7. November, ein. Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr.
Der Osteuropaexperte Meyer wird auf die Oktoberrevolution insbesondere aus der Sicht der Basisbewegungen schauen, hier also aus der Sicht der Bauern- und Arbeiterbewegung und von dort aus Fragen an unsere Gegenwart stellen, wie er uns in einem Interview ankündigte.
Der Ort ist das TTZ, nicht das Gewerkschaftshaus, wie ursprünglich angedacht war!
Bundestagswahl 2017: Ein Kommentar
Dieser Beitrag beinhaltet die Wahlanalyse der Redaktion des Trotzfunks, wie sie am Sonntag, den 1. Oktober, in der Livesendung auf RUM vorgestellt wurde. Ihr schließt sich ein „naiver“ Vorschlag an, was nun zu tun sei. Die schriftliche Version erfuhr eine leichte Überarbeitung gegenüber der am 1. Oktober vorgestellten.
Das Skript zum Beitrag findet sich hier:
100 Jahre Oktoberrevolution
Am 7. November vor 100 Jahren auf den Tag genau fand jene Revolution statt, die dem 20. Jahrhundert ihren Stempel aufdrücken sollte – die Oktoberrevolution.
An diesem Tag wird der Historiker und Osteuropaexperte Gert Meyer auf Einladung der DKP Marburg einen Vortrag zum Thema halten, der im Gewerkschaftshaus stattfinden soll.
Wir unterhielten uns mit Gert Meyer darüber.
Gelbe Schleifen
Das „Sonntag-Morgenmagazin“ vom 23. August berichtete, dass das Wappen der in Stadtallendorf stationierten Division Schnelle Kräfte (DSK) sich bereits seit längerem zwischen den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Kreishaus befinde. Nun sei auch noch die Gelbe Schleife des Fördervereins Stab DSK hinzugekommen.
Zusammen mit dem Kommandeur der DSK, Generalmajor Andreas Marlow und dem Vorsitzenden des Fördervereins, Oberstleutnant Frank Hille, habe die Landrätin Kirsten Fründt (SPD) die Gelbe Schleife enthüllt.
Bei dieser Gelegenheit habe die Sozialdemokratin von sich gegeben: „Als sichtbares Zeichen unserer Wertschätzung, des Respekts und der Solidarität mit den Einsatzsoldaten und ihren Familien.“
Generalmajor Andreas Marlow habe nach dem Bericht des „Sonnatg Morgenmagazins“ betont, wie wichtig es der Truppe bei ihren Auslandseinsätzen sei „…den Rückhalt und die Solidarität in der Bevölkerung zu spüren.“ Laut Marlow hätten 27 Städte, Gemeinden und Unternehmen in Mittel- und Oberhessen die gelbe Solidaritätsschleife drumgemacht. Das reicht der sozialdemokratischen Landrätin Fründt aber noch lange nicht. Auch Vereine und Institutionen der Zivilgesellschaft sollten ihre Solidarität mit der kämpfenden Truppe per gelber Schleife zum Ausdruck bringen, meint sie.
Die Anbringung der Gelben Schleife im Landratsamt Marburg-Biedenkopf ist laut „Sonntag Morgenmagazin“ die erste in einer Kreisverwaltung.
Bestandteil der Division Schneller Kräfte ist übrigens das Kommando Spezialkräfte (KSK), das in den letzten Monaten wegen sogenannter rechtsextremer Vorfälle ungewünschte Medienaufmerksamkeit bekam.
Wie auch immer – die Signale der sozialdemokratischen Heimatfrontstützerin Kirsten Fründt hörte die Marburger Stadtfraktion der FDP/MBL. Sie brachte in die Stadtverordnetenversammlung vom 29. September den Antrag ein, die Stadt Marburg möge sich an der Aktion „Gelbe Schleife“ beteiligen. Dieser Antrag, der aus Zeitgründen auf die nächste Parlamentssitzung verschoben wurde, brachte die Marburger Friedensbewegung auf den Plan und mit einem der Ihrigen, mit Ralf Schrader, unterhileten wir uns kurz vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung.